Die Frauenriege im Wetterglück

 
  Riegenreise 2006  
  Letztes Augustwochenende: Unsere jährliche Reise, die wir seit einigen Jahren am Freitag/Samstag organisieren wegen besserer Übernachtungsmöglichkeiten, ist angesagt! Dieses Jahr lohnte sich das Verschieben um einen Tag. Unsere Reise fand an den beiden besten Tagen im August statt, am 25./26. Obwohl die Wettervorhersagen schlecht waren, schien die Sonne, als wir um halb elf in Bad Ragaz ankamen. Wir brachten unser schweres Gepäck in unser sehr ruhiges Hotel, stärkten uns unterwegs noch mit Kaffee und Gipfeli und wanderten los, der Tamina entlang Richtung Bad Pfäfers. Eine gemütliche, etwa einstündige Wanderung.


 
  Mit einer ausgezeichneten Führerin wanderten wir nun durch die Taminaschlucht und das stattliche Badhaus, das im vorletzten Jahrhundert von vielen Leuten zur längeren Kur aufgesucht wurde.

Unser Imbiss lag zwar noch nicht allzu lange zurück. Trotzdem erfreuten sich unsere Mägen nach etwas langer Wartezeit an Wienerli und Brot oder einer vornehmen Gerstensuppe, wo man die pürierte Gerste nur noch schmeckte. Gemäss Küchenchef soll es Leute geben, die sichtbare Gerste nicht mögen! Diese Vornehmheit verstanden nicht alle „Suppe-Essenden“, aber satt wurden auch sie!

 
 
Der grosse Kochherd, mit Holz geheizt, mit den vielen schweren, aber sehr schönen Kupferpfannen war beeindruckend. Die Köche damals waren wohl alle Gewichtsheber! Für uns erwiesen sich schon die leeren Töpfe als zu schwer!
 
  Die heisse Mineralquelle befindet sich an einer schwer zugänglichen Stelle in der sehr engen Tamina-Schlucht. Aber für uns heutige Besucher wurden ein Weg und an gefährlicher Steinschlag-Stelle ein Tunnel in den Fels gehauen. Vor dem Bau des Badhauses mit Wasserleitungen in die eingebauten Badewannen gab es für die damaligen Badbesucher nur ein Seil mit Korb, in den man sich setzen musste, um dann auf Gedeih und Verderb einem Mönch mit Kurbel ausgeliefert zu sein, der einen zur Quelle hinunterliess. Dort blieben die Kranken, wiederum betreut von Mönchen, einige Tage und badeten solange, bis die Haut aufplatzte und die böse Krankheit den Körper verlassen konnte. Die guten alten Zeiten!

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Als wir die düstere, feuchte Schlucht verliessen, freuten wir uns sehr über die noch immer wärmende Sonne.

Zurück in Bad Ragaz genossen wir eine Siesta in Liegestühlen auf den Balkonen von unserer komfortablen Unterkunft. Ausserdem feierten wir mit Marian ihre Ernennung zum Ehrenmitglied mit einem von ihr gesponserten Apéro (nochmals vielen Dank), und beschlossen den Abend mit einem ausgezeichneten Abendessen bei festlichem Ambiente.

Am nächsten Morgen fanden wir uns schon kurz nach 07.00 Uhr hinter Kaffee und allem, was sonst noch zum Morgenessen gehört. Unser Bus fuhr um 08.30 bei der Post weg und brachte uns viele Höhenmeter aufwärts zum Stausee Gigerwald im Calfeisental. Eine Stunde lang marschierten wir entlang des Sees, bis wir die ehemalige Walser-Siedlung Sankt Martin, 1350 müM. erreichten.


Vom 14. bis ins 17. Jh. war das kleine Dörfchen ganzjährig bewohnt, (heute noch während des Sommers) was für Mensch und Natur sehr hart war: Im Winter verheizten die Leute die umliegenden Wälder!


Die folgenden 400 Höhenmeter konnten wir bei schönstem Sonnenschein bewältigen. Auch diese Wanderung war ein voller Genuss. Blumen, Beeren, Schmetterlinge, Kühe; alles war da! Auf der Alp Sardona gab's dann Gerstensuppe, diesmal mit sichtbarem Getreide!

 
 

 
     

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